Malediven - Vakarufalhi

Malediven - Vakarufalhi

Es war unser 6. Urlaub auf dieser wunderschönen Insel, aber unser 1. Urlaub nach dem großen Umbau. Wir waren daher sehr gespannt, was sich alles verändert hat. Wir hatten unsere Reise im Juli 2011 (also 8 Monate vor Reiseantritt) gebucht, und waren daher schockiert, als wir 3 (!) Tage vor Reiseantritt vom Veranstalter die Info bekamen, dass wir nicht nach Vakaru fliegen könnten, da die Insel überbucht sei. Man bot uns eine Alternativinsel an, die unseren Vorstellungen jedoch nicht entsprach. Zum Glück hatten wir als Repeater ein paar Kontakte und hatten es dann in quasi letzter Minute doch noch geschafft ein OK für unseren Reiseantritt zu bekommen. Allerdings lagen unsere Nerven blank. Leider praktiziert Vakarufalhi in der Hauptreisezeit die Praxis der Überbuchungen. Dieses ist ein großes Risiko für Urlaubsgäste.

Das Hotel allgemein
Vakarufalhi gehört eher zu den kleineren Malediveninseln. Man kann die Insel bequem in 15 Minuten umrunden. Man kann zwischen Garten- Strand- und Wasserbungalows wählen. Die Insel ist in einem absolut sauberen Zustand. Unser Reiseveranstalter bot den Aufenthalt nur mit Vollpension+ an. Die Insel wird zu 80% an italienische Gäste vermietet. Die restlichen 20% werden an Gäste aus Deutschland, Österreich, Schweiz, England, Frankreich und Japan vermietet.

Lage und Umgebung
Vakarufalhi liegt im Süden des Süd-Ari-Atolls. Der Transfer mit dem Wasserflieger dauert ca. 30 Minuten. Anschließend fährt man noch ca. 10 Minuten mit dem Dhoni. Von Vakarufalhi aus kann man in etwa einer Stunde Bootsfahrt das Aussenriff erreichen, an dem es zu manchen Zeiten die Möglichkeit auf Walhaisichtungen gibt. Aber auch der Mantapoint "Madivaru" bzw. "Hukuru Elhi Faru" ist in nur 1 Stunde erreichbar. Das Hausriff ist wunderschön und liegt etwa in 50 Meter Entfernung vom Strand. Man kann bequem über den Steg gehen und seinen Schnorchelausflug oder seinen Tauchgang beginnen. Uns ist aufgefallen, dass es nicht nur viel mehr Babyhaie in der Lagune gibt, sondern, dass es auch am Hausriff sehr viel mehr "halbstarke" Schwarzspitzen-Riffhaie gibt als früher. Sie sind zum Teil sehr neugierig und kommen sehr nah an die Schnorchler heran. Es macht viel Spaß sie zu beobachten. Auch haben wir fast täglich 1 - 2 Schildkröten beobachtet und oft Adlerrochen gesehen.

Es werden verschiedene Ausflüge angeboten, die jedoch erst ab einer Mindestteilnehmerzahl von 4 Personen stattfinden. So kann man z.B. eine Einheimischeninsel besuchen, diverse Schnorchelausflüge mitmachen, einen Ausflug zu einer Robinsoninsel machen, oder auch beim Nachtfischen teilnehmen. Diese Ausflüge sind jedoch kostenpflichtig. Kostenfrei ist das begleitete Schnorcheln am Hausriff, welches täglich um 16:00 Uhr stattfindet. Die Insel hat nach wie vor einen unschlagbar schönen Sandstrand. Besonders die Seite zum Jetty "B" verfügt über wunderschöne Palmen. Man kann von dieser Seite auch täglich den Sonnenuntergang bewundern. Der Strand auf der Seite zum Jetty "A" kann bei stärkerem Wind schon mal abgetragen werden. Auf dieser Seite geht die Sonne auf, am frühen Nachmittag jedoch ist es hier bereits sehr schattig.

Service
Beim Service möchten wir unterscheiden zwischen dem allgemeinen Service und dem Service der Tauchbasis. Allgemeiner Service: Der Service des allgemeinen Personals ist sehr aufmerksam und freundlich. Meldet man einen kleinen Mängel an der Rezeption, dauert es keine 10 Minuten und ein Mitarbeiter ist bereits am Bungalow und kümmert sich darum. Das Zimmer wird 2 x am Tag gereinigt. Handtücher werden täglich gewechselt. Am Strand hat jedes Bungalow 2 eigene Liegen, welche jeden Morgen mit einer weichen Auflage und Handtüchern hergerichtet werden. Tagsüber kommt schon mal ein Mitarbeiter vorbei und bietet ein kleines feuchtes Erfrischungs-Frottiertuch an. Das Personal im Restaurant sowie auch an der Bar ist sehr aufmerksam und freundlich. Natürlich freut man sich auch mal über ein kleines Trinkgeld..... Service der Tauchbasis: Die "alte" Crew der Prodivers Tauchbasis ist leider nicht mehr auf der Insel. Die Tauchbasis wird nun durch hauptsächlich italienische Tauchlehrer geleitet. Wir hatten den Eindruck, dass es den Tauchlehrern jedoch keinen großen Spaß macht. Die familiäre Stimmung, die wir von früher kannten, gibt es nicht mehr. Es werden hauptsächlich die italienischen Gäste betreut. So erging es uns mehrere Male an Bord eines Tauchdhonis, dass der Basisleiter ohne auch nur ein englisches Wort mit den Gästen zu sprechen, einen fast 10-minütigen Bericht auf Italienisch erzählte. War er damit fertig, konnten die italienischen Gäste Fragen stellen. Und dann fuhr das Dhoni zum Tauchen ab. Es gab für uns weder eine Begrüßung in Englisch, noch eine kurze Erläuterung des Tauchausflugs, noch wurden wir verabschiedet. Lediglich ein französischer Tauchlehrer, der auch sehr gut deutsch spricht, gab uns dann auf unsere aktiven Fragen noch Antworten. Wir haben den Basisleiter an Bord nie lachen sehen. Auch auf der Insel hat er uns eher übersehen. Hach....wie waren die Zeiten doch schön, in denen man abends sogar mit der Tauchcrew an der Bar saß und sich unterhielt und viel Spaß hatte!!!!!!! Interesse der Tauchguides, ob uns ein Tauchgang gefallen hatte, oder welche Tauchplätze wir gerne sehen würden, gab es nicht. Wir haben die alte Tauchcrew täglich vermisst!!!! Etwas sehr Unpraktisches ist uns an der neuen Tauchbasis auch aufgefallen. Es gibt keine Bänke mehr, auf denen man seine Flaschen herrichten und bequem anziehen kann.

Gastronomie
Es gibt ein Buffetrestaurant auf der Insel. Das Essen ist sehr gut und unterliegt einem wöchentlichen Buffettprogramm. Da die italienischen Gäste auf Vakarufalhi nun mal in der Überzahl sind, wird auch viel italienische Küche angeboten. So gibt es eine eigene Pizzastation mit einem echten Pizzaofen. Die Pizzen sind wirklich hervorragend. Auch gibt es eine Pastastation. Man kann hier die Art der Nudeln aussuchen und unter verschiedenen Soßen wählen. Ein Koch bereitet dann alles frisch zu. Weiter gibt es immer eine Grillstation, wo meist Fisch und Fleisch gebraten werden (darunter aber auch Roastbeef, Rinderfilet, Schweinefilet und Lamm) .Sashimi gibt es täglich, sowie eine Suppe, viele Salate und ein schönes Nachspeisenbuffett. Was uns sehr gefehlt hat waren die maledivischen Currys. Nur 1 x in der Woche, nämlich am "Maledivischen Abend" werden die unschlagbar leckeren Fisch- und Gemüsecurrys angeboten. Das war uns viel zu wenig..... Immer Samstags gibt es ein Beachbarbecue (wenn der Wind nicht zu stark ist). Dann werden alle Tische und Stühle an den Strand gestellt und auch das Buffet dort aufgebaut. Auch gibt es eine tolle Grillstation. Unser Tischkellner war sehr aufmerksam und hat uns schon nach neuen Getränken gefragt, wenn wir nur mehr einen kleinen Schluck im Glas hatten. Wir hatten Vollpension-Plus, dies bedeutet, dass die Getränke beim Essen inklusive sind. Möchte man vor dem Dinner noch ein Gläschen trinken, kann man die Happy Hour (von 19:00 Uhr bis 20:00 Uhr) ausnützen. Merkwürdigerweise gilt dies aber nicht für Bier. Das Bier ist auf Vakarufalhi im Verhältnis zu den anderen Preisen sehr teuer. So kostet ein Glas USD 7,00. Ein Cocktail kostet etwa USD 8,00 und ein Softgetränk USD 4,00. Besondere Privatdinners am Strand werden gerne organisiert. Die Kosten liegen etwa bei USD 80,- pro Person. Uns ist aufgefallen, dass es sehr viele italienische männliche Gäste gab, die auch am Abend in kurzen Hosen erschienen. Eine 3/4-Hose wäre jedoch angebrachter gewesen. Allerdings gab es auch viele italienische Damen, die zu ihrem Minikleid in Highheels zum Dinner erschienen. Für uns ebenso unpassend.

Sport, Unterhaltung, Pool
Neben Schnorcheln und Tauchen kann man auf Vakarufalhi auch Beachvolleyball spielen, es gibt einen Badmintonplatz, es werden Bocciakugeln verliehen, man kann Tischtennis spielen oder sich auch Surfbretter oder Paddelboote ausleihen. Jeden Abend gibt es ab 22:00 Uhr ein kleines Unterhaltungsprogramm, wie z.B. einen Bodu-Beru-Abend, eine Fotovorführung der Tauchschule, einen Chillabend, einen Tanzabend oder ein Treffen mit dem Management. Es gibt ein neues grosses Spa am Steg zu den Wasserbungalows. Eine 1-stündige Massage kostet etwa USD 90,00. Bucht man gleich ein Paket von 3 Anwendungen bekommt man auf den Gesamtpreis einen Rabatt von 15 Prozent. Die Balinesische Massage ist ein Traum und die Atmosphäre wunderschön. Wenn man auf der Massageliege liegt schaut man durch ein grosses Glasfenster im Boden zu den Fischen.

Zimmer
Die Beach-Bungalows von einst sind in ihrer Bausubstanz erhalten geblieben, jedoch wurde die Inneneinrichtung und vor allem das offene Badezimmer renoviert. Neu ist nun auch ein riesiger Flatbildschirm und ein Safe. Im Badezimmer wurde die einstige Badewanne gegen eine schöne grosse zusätzliche Dusche ersetzt. Auf der Terrasse hat jedes Bungalow neben einer grossen Polsterliege auch noch 2 Stühle und einen Tisch. Früher hatten wir schon mal Kakerlaken oder anderes Ungeziefer im Bungalow. Dieses Mal haben wir noch nicht einmal eine Ameise angetroffen. Auf unsere Anfrage wurde uns auch gerne ein Wasserbungalow gezeigt. Die Wasserbungalows sind sehr groß und verfügen über eine wunderschöne Terrasse mit Dusche, 2 Liegen und einer zusätzlichen Doppelliege. Eine Treppe führt direkt ins Wasser der Lagune. Das Besondere der Wasserbungis ist, dass man eine Holzwand zwischen Schlafbereich und Badezimmer aufschieben kann, und somit ein Riesenzimmer mit Badewanne bekommt.

Fazit
Wir haben einen herrlichen, relaxten Urlaub verbracht. Die Insel, das Hausriff und die Tauchplätze in der Umgebung sind ein Traum.

Vergleichen wir "das neue" Vakarufalhi mit "dem alten" Vakarufalhi, so bedauern wir jedoch den Wegfall der familiären und gemütlichen Atmosphäre. Ganz besonders vermißt haben wir jedoch die Freundlichkeit und den Service unserer "alten" Tauchcrew.

Zur Zeit ist uns die Insel zu italienerlastig. Wir benötigen, wenn wir auf die Malediven fliegen, keine Musikberieselung vom "Rondo Veneziano" an der Rezeption, keinen Küchenschwerpunkt "Italien", keine nur ausschließlich Italienisch sprechenden Tauchguides und Dinner-Themenabend "Italien" mit Flagge und italienischen Popsongs.